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v26.3

DiKAS als virtuelle Maschine unter Windows

Auf einem vorhandenen Windows-PC ist die DiKAS-Appliance in einer virtuellen Maschine (VM) in der Regel die bessere Alternative zur nativen Windows-Installation. Windows bleibt als Gastgeber erhalten, während DiKAS in einer abgeschlossenen virtuellen Maschine mit seinem fertigen Betriebssystem läuft.

Windows-Ausgabe Empfehlung
Windows 11 Pro oder Enterprise Hyper-V — in Windows enthalten und für den Dauerbetrieb empfohlen
Windows 11 Home Oracle VirtualBox — Hyper-V steht unter Windows Home nicht zur Verfügung

Warum die VM empfohlen wird

Die VM verwendet dieselbe Appliance wie die fertige DiKAS-Kassenhardware. Betriebssystem, Datenbank und DiKAS-Software kommen gemeinsam aus einem Image und werden gemeinsam aktualisiert. Außerdem kollidiert die Kasse nicht mit Webservern oder anderer Software unter Windows.

Die native Windows-Installation ist sinnvoll, wenn der PC zu wenig Leistung für eine VM hat oder lokal angeschlossene Spezialgeräte direkt von Windows angesprochen werden müssen.

Das wird benötigt

  • ein 64-Bit-PC mit im BIOS/UEFI aktivierter Virtualisierung (Intel VT-x oder AMD-V),
  • mindestens 8 GB Arbeitsspeicher im PC, besser 12 GB oder mehr,
  • 4 GB Arbeitsspeicher, 2 Prozessorkerne und mindestens 32 GB virtuelle Festplatte für die VM; für den Dauerbetrieb werden 64 GB empfohlen,
  • eine Netzwerkverbindung, möglichst per LAN-Kabel,
  • das aktuelle DiKAS-ISO herunterladen (derzeit ca. 1,1 GB),
  • der Installationsschlüssel aus dem DiKAS-Kundenkonto.

Der Windows-PC wird zum Kassenserver

Der PC muss während des Kassenbetriebs eingeschaltet bleiben. Deaktivieren Sie den automatischen Ruhezustand von Windows und richten Sie den automatischen Start der VM ein. Fährt Windows herunter oder schläft der PC ein, sind auch alle verbundenen Kassenplätze aus.

Variante A: Hyper-V unter Windows Pro oder Enterprise

1. Hyper-V einschalten

  1. Im Startmenü nach „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren" suchen.
  2. Hyper-V einschließlich Hyper-V-Plattform und Hyper-V-Verwaltungstools markieren.
  3. Mit OK bestätigen und Windows neu starten.

Fehlt der Eintrag, prüfen Sie zuerst die Windows-Ausgabe unter Einstellungen → System → Info. Windows Home enthält Hyper-V nicht; verwenden Sie dort VirtualBox.

2. Externen virtuellen Switch anlegen

Damit weitere Kassen, Drucker und Zahlungsterminals die VM erreichen, muss sie wie ein eigener Rechner im lokalen Netzwerk erscheinen:

  1. Hyper-V-Manager öffnen.
  2. Rechts Manager für virtuelle Switches wählen.
  3. Extern → Virtuellen Switch erstellen wählen und den Namen DiKAS-Netzwerk vergeben.
  4. Unter Externes Netzwerk den physischen Netzwerkanschluss auswählen — nach Möglichkeit Ethernet, nicht WLAN.
  5. Gemeinsames Verwenden dieses Netzwerkadapters für das Verwaltungsbetriebssystem zulassen aktiviert lassen und mit OK bestätigen.

Nicht „Default Switch", intern oder privat verwenden

Diese Netze trennen die VM vom normalen Kassennetz oder verstecken sie hinter Windows. Verwenden Sie für DiKAS einen externen Switch. Sonst finden zusätzliche Kassen und Netzwerkgeräte den Server nicht.

3. Virtuelle Maschine erstellen

  1. Im Hyper-V-Manager Neu → Virtueller Computer wählen.
  2. Name: DiKAS.
  3. Generation 2 auswählen.
  4. 4096 MB Arbeitsspeicher zuweisen. Für einen gut planbaren Dauerbetrieb kann Dynamischen Arbeitsspeicher verwenden ausgeschaltet bleiben.
  5. Als Verbindung den zuvor erstellten Switch DiKAS-Netzwerk auswählen.
  6. Eine neue, dynamisch wachsende VHDX mit 64 GB anlegen (mindestens 32 GB).
  7. Betriebssystem von einer startfähigen Abbilddatei installieren wählen und dikas.iso auswählen.
  8. Den Assistenten abschließen. Anschließend unter Einstellungen → Prozessor 2 virtuelle Prozessoren einstellen.

Hyper-V-Falle: Generation 2 braucht Secure Boot AUS

Öffnen Sie vor dem ersten Start Einstellungen → Sicherheit und entfernen Sie den Haken bei Sicheren Start aktivieren. Das DiKAS-ISO ist nicht mit einem Microsoft-Secure-Boot-Schlüssel signiert. Bleibt Secure Boot an, meldet Hyper-V beispielsweise, dass kein Betriebssystem geladen wurde, oder die VM kehrt immer wieder zur Firmware zurück.

Die richtige Kombination lautet: Generation 2 + Secure Boot aus.

4. DiKAS installieren

  1. Die VM starten und Verbinden wählen.
  2. Im Bootmenü DiKAS Install auswählen.
  3. Die Installation läuft automatisch und verwendet ausschließlich die zuvor angelegte virtuelle Festplatte. Danach startet die VM neu.
  4. Nach dem Neustart unter Einstellungen → SCSI-Controller → DVD-Laufwerk die ISO-Datei auswerfen. Andernfalls kann die VM beim nächsten Start erneut vom Installationsmedium booten.
  5. In der DiKAS-Oberfläche Kasse installieren wählen und den Installationsschlüssel eingeben.

„DiKAS Install" löscht das Installationsziel

Der automatische Installationsweg formatiert die virtuelle Festplatte ohne weitere Nachfrage. Bei einer neu angelegten VM ist das beabsichtigt. Hängen Sie keine andere virtuelle Festplatte an die VM an.

5. Automatischen Start einrichten

  1. Hyper-V-Manager → Rechtsklick auf DiKAS → Einstellungen.
  2. Unter Automatische Startaktion Diesen virtuellen Computer immer automatisch starten auswählen; als Verzögerung sind 30 Sekunden sinnvoll.
  3. Unter Automatische Stoppaktion Gastbetriebssystem herunterfahren auswählen.

Danach startet DiKAS auch dann, wenn Windows nach einem Update neu gestartet wurde und sich noch niemand angemeldet hat.

Variante B: VirtualBox unter Windows Home

Hyper-V kann unter Windows Home nicht aktiviert werden. Installieren Sie dort die aktuelle Oracle-VirtualBox-Version. Lassen Sie bei der Installation die Komponente Netzwerk/Bridged Networking aktiviert. Ein zusätzliches VirtualBox Extension Pack wird für DiKAS nicht benötigt.

Nicht beide Systeme parallel einrichten

Ist Hyper-V bereits aktiv, sollte auf diesem Rechner auch Hyper-V verwendet werden. VirtualBox kann zwar über den Windows-Hypervisor laufen, dabei kann die Leistung jedoch deutlich sinken.

1. Virtuelle Maschine erstellen

  1. VirtualBox öffnen und Neu wählen.
  2. Name: DiKAS; ISO-Abbild: die heruntergeladene dikas.iso.
  3. Typ Linux, Variante Arch Linux (64-bit) auswählen.
  4. Falls angeboten, Unbeaufsichtigte Installation überspringen. Die Einrichtung übernimmt das DiKAS-ISO selbst.
  5. 4096 MB Arbeitsspeicher und 2 Prozessoren zuweisen.
  6. Eine neue, dynamisch wachsende VDI-Festplatte mit 64 GB anlegen (mindestens 32 GB).

Der normale BIOS-Start von VirtualBox genügt. EFI muss nicht aktiviert werden.

2. Netzwerkbrücke einstellen

  1. Die ausgeschaltete VM markieren und Ändern → Netzwerk → Adapter 1 öffnen.
  2. Netzwerkadapter aktivieren markieren.
  3. Bei Angeschlossen an Netzwerkbrücke auswählen.
  4. Unter Name den physischen Netzwerkanschluss des Windows-PCs auswählen — nach Möglichkeit Ethernet.
  5. Kabel verbunden aktiviert lassen.

Nicht die Voreinstellung NAT verwenden

NAT reicht für Internetzugriff aus der VM, versteckt den DiKAS-Server aber vor weiteren Geräten im Kassennetz. Für DiKAS ist Netzwerkbrücke die richtige Einstellung.

3. DiKAS installieren

  1. Die VM starten und im Bootmenü DiKAS Install auswählen.
  2. Warten, bis die Installation abgeschlossen ist und die VM neu startet.
  3. Über Geräte → Optische Laufwerke das dikas.iso aus dem virtuellen Laufwerk entfernen.
  4. In der DiKAS-Oberfläche Kasse installieren wählen und den Installationsschlüssel eingeben.

Auch hier gilt: DiKAS Install formatiert die virtuelle Festplatte ohne weitere Nachfrage.

4. Start nach einem Windows-Neustart

Ohne zusätzliche Einrichtung startet VirtualBox die VM nicht automatisch. Für einen einzelnen Kassenplatz kann sie nach der Windows-Anmeldung im VirtualBox-Manager mit Starten geöffnet werden. Ohne geöffnetes Konsolenfenster läuft sie mit:

& "C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\VBoxManage.exe" startvm "DiKAS" --type headless

Für einen automatischen Start über die Windows-Aufgabenplanung:

  1. Im Startmenü Aufgabenplanung öffnen und rechts Aufgabe erstellen wählen.
  2. Name DiKAS VM starten; Unabhängig von der Benutzeranmeldung ausführen und Mit höchsten Privilegien ausführen markieren. Als Benutzer muss dasselbe Windows-Konto eingetragen sein, mit dem die VM angelegt wurde.
  3. Unter Trigger → Neu Beim Start wählen und eine Verzögerung von 30 Sekunden einstellen.
  4. Unter Aktionen → Neu → Programm starten eintragen:

    • Programm: C:\Program Files\Oracle\VirtualBox\VBoxManage.exe
    • Argumente: startvm "DiKAS" --type headless
    • Starten in: C:\Program Files\Oracle\VirtualBox
  5. Aufgabe speichern, Windows neu starten und im VirtualBox-Manager kontrollieren, ob DiKAS als Wird ausgeführt erscheint.

Nach jedem Windows-Update kontrollieren

Prüfen Sie nach einem Neustart, ob die VM wirklich läuft, bevor der Kassenbetrieb beginnt. Für einen unbeaufsichtigten Server ist Hyper-V unter Windows Pro/Enterprise die robustere Wahl.

Kasse im Netzwerk öffnen

Durch den externen Switch beziehungsweise die Netzwerkbrücke erhält DiKAS eine eigene IP-Adresse vom Router. Öffnen Sie auf dem Windows-PC oder einem anderen Gerät:

https://<IP-Adresse-der-VM>

Bei der ersten Verbindung erscheint eine Zertifikatswarnung, weil die lokale Appliance ihr Zertifikat selbst erstellt. Bestätigen Sie diese einmalig. Reservieren Sie anschließend die IP-Adresse der VM im Router, damit Client-Kassen sie dauerhaft unter derselben Adresse erreichen.

Bei Hyper-V zeigt folgender PowerShell-Befehl die vom Gast gemeldeten Adressen:

Get-VMNetworkAdapter -VMName "DiKAS" | Select-Object -ExpandProperty IPAddresses

Alternativ steht die VM in der Geräteliste des Routers. Danach folgen Lizenz aktivieren und Erster Login.

Cloud-TSE, Drucker und andere Geräte

Gerät Empfehlung in einer VM
fiskaly Cloud-TSE wird über das Internet angebunden; es ist keine USB-Durchreiche nötig
Netzwerkdrucker / ZVT-Terminal direkt über die IP-Adresse einrichten; keine Durchreiche nötig
Bondrucker als Netzwerkdrucker betreiben; das ist für mehrere Kassenplätze am zuverlässigsten

Für diesen VM-Aufbau wird die Cloud-TSE verwendet. Es muss weder ein USB-TSE-Stick an die VM durchgereicht noch ein VirtualBox Extension Pack installiert werden.

Falls ein anderes USB-Gerät benötigt wird

USB-Geräte werden bei Hyper-V und VirtualBox einheitlich über die bereits in DikasArch integrierte USB/IP-Funktion angebunden — nicht über ein VirtualBox Extension Pack:

  1. Das USB-Gerät bleibt am Windows-PC angeschlossen und wird dort über einen USB/IP-Server im lokalen Netz freigegeben. Der DiKAS-Support übernimmt bei Bedarf diese einmalige Einrichtung.
  2. In der DiKAS-Appliance das Zahnrad → USB / IP öffnen.
  3. Die IP-Adresse des Windows-PCs eintragen und Geräte suchen wählen.
  4. Beim gewünschten Gerät Verbinden wählen.

DikasArch merkt sich die Verbindung und stellt sie nach einem Neustart automatisch wieder her. Der Windows-USB/IP-Server verwendet Port 3240; er muss im privaten Windows-Netz erreichbar sein. Für die Cloud-TSE ist diese Einrichtung nicht erforderlich.

Mehr zur Gerätewahl: Hardware & Peripherie und TSE.

Häufige Fehler

Fehlerbild Ursache und Lösung
Hyper-V meldet, dass kein Betriebssystem geladen wurde VM als Generation 2 betreiben und unter Sicherheit Secure Boot ausschalten
Die VM hat kein Netzwerk In Hyper-V den Adapter mit dem externen Switch verbinden; in VirtualBox Netzwerkbrücke statt NAT wählen
Andere Kassen finden DiKAS nicht Netzwerkbrücke prüfen, IP im Router nachsehen und https://<VM-IP> im Browser testen
Nach einem Windows-Neustart ist die Kasse aus automatische Startaktion in Hyper-V beziehungsweise VirtualBox-Autostart einrichten
Die Installation startet immer wieder ISO aus dem virtuellen DVD-Laufwerk entfernen und die virtuelle Festplatte an die erste Bootposition setzen
Die VM ist plötzlich nicht erreichbar Windows-Energiesparmodus deaktivieren und prüfen, ob der Host-PC sowie die VM laufen

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