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v26.3

Fiskalisierung in Spanien (VeriFactu)

DiKAS unterstützt neben dem deutschen auch das spanische Fiskalrecht. In Spanien gibt es keine TSE und keinen DSFinV-K-Export — dort gilt VeriFactu: Jede Rechnung wird manipulationssicher verkettet und bei der Steuerbehörde AEAT registriert. DiKAS erledigt das automatisch im Hintergrund; diese Seite erklärt, was dahinter steckt und was auf dem Bon anders aussieht.

Für wen gilt diese Seite?

Für Betriebe in Spanien. Die Kapitel TSE & Finanzamt, DATEV-Export und Kassenmeldung gelten nur für Deutschland und haben in Spanien keine Bedeutung.


Was ist VeriFactu?

VeriFactu ist das spanische System für verifizierbare Rechnungen (Real Decreto 1007/2023): Kassensoftware muss jede Rechnung mit einer Hash-Kette fälschungssicher verketten und an die AEAT übermitteln bzw. verifizierbar machen. Das Gegenstück zur deutschen TSE — nur ohne eigene Hardware.

DiKAS geht dafür einen Weg:

Weg Beschreibung
Nativer VeriFactu-Weg DiKAS signiert und übermittelt selbst (XAdES-Signatur, mTLS mit AEAT-Zertifikat), ohne Zwischendienst

Er arbeitet fail-closed: Kann eine Rechnung nicht ordnungsgemäß registriert werden, wird das protokolliert und nachgeholt — es geht kein Vorgang verloren.

Warum kein fiskaly mehr

Diese Seite nannte bis zum 13.08.2026 fiskaly SIGN ES als zweiten, wählbaren Weg. Das stimmt nicht mehr: Spanien fährt ausschließlich den nativen Eigenbau, und die Software lehnt jede andere Einstellung beim Start ab — damit ein alter Konfigurationswert einen Betrieb nicht still auf einen kostenpflichtigen Fremddienst umleitet. Wer in einer alten Anleitung noch Fiscal:Es:Backend=fiskaly findet: der Wert ist zu entfernen.


Was steht auf dem Bon?

Spanische Belege aus DiKAS enthalten automatisch die Pflichtangaben:

  • Den Hinweis „VERI*FACTU" bzw. „Factura verificable en la sede electrónica de la AEAT"
  • Den QR tributario (ca. 30–40 mm) — Gäste und Prüfer können die Rechnung damit direkt auf der AEAT-Webseite verifizieren
  • Fortlaufende Rechnungsnummern je Serie

Factura simplificada und vollständige Rechnung

In Spanien ist der normale Kassenbon eine factura simplificada (vereinfachte Rechnung). Sie ist erlaubt bis:

Grenze Gilt für
400 € allgemein
3.000 € u. a. Gastronomie und Einzelhandel

Darüber (oder wenn der Gast es verlangt, z. B. für den Vorsteuerabzug) wird eine vollständige Rechnung mit den Kundendaten benötigt — in DiKAS über Kundenrechnungen.


Stornos und Korrekturen (facturas rectificativas)

Anders als in Deutschland wird in Spanien eine Korrektur als factura rectificativa registriert — eine eigene Korrektur-Rechnung mit Bezug auf das Original. DiKAS ordnet die Vorgänge automatisch richtig ein (Verkauf F1/F2, Korrektur R1/R5). Für Sie an der Kasse ändert sich nichts: Storno wie gewohnt — die richtige Einordnung passiert im Hintergrund.


Rechnung an den Empfänger: Facturae

Das VeriFactu-Registro ist die Meldung an die AEAT — es geht nie an Ihren Kunden. Die Rechnung für den Empfänger ist ein eigenes Dokument. In Spanien ist dafür Facturae das Format: Pflicht gegenüber der öffentlichen Hand (B2G über FACe), und mit dem Gesetz Crea y Crece künftig auch zwischen Unternehmen.

DiKAS erzeugt zu jeder Kundenrechnung:

Format Wofür Download
Facturae 3.2.2 Spanien — trägt auch IRPF-Retención und Recargo de equivalencia Rechnung → XML (Facturae)
EN 16931 (UBL) Empfänger und Plattformen, die UBL verlangen Rechnung → XML (UBL)
ZUGFeRD/XRechnung (CII) Deutschland Rechnung → XML

Noch nicht für FACe geeignet

Das erzeugte Facturae ist unsigniert. Für die Einreichung bei FACe (öffentliche Auftraggeber) verlangt Spanien eine XAdES-Signatur im Dokument; die kommt mit dem qualifizierten Zertifikat. Für die Weitergabe an einen Geschäftskunden ist das Dokument bereits verwendbar.

Vollständige Rechnung braucht die Steuernummer des Kunden

Eine factura completa muss den Empfänger benennen. Fehlt am Kunden die NIF/CIF (oder USt-IdNr.), lässt sich weder die AEAT-Meldung noch das Facturae vollständig erzeugen — der Beleg wird dann zurückgestellt statt unvollständig gemeldet. Bei der factura simplificada (Kassenbon) ist das nicht nötig.


Einrichtung

Das Fiskal-Land ist eine Instanz-Einstellung (Fiscal:Country), kein Schalter in der Oberfläche: Spanische Kunden laufen auf einer spanischen DiKAS-Instanz, die Registrierung bei der AEAT (Steuerpflichtiger, Signatur-Zugang) wird bei der Bereitstellung eingerichtet. Als Betreiber müssen Sie dafür nichts konfigurieren.

Zeitplan der VeriFactu-Pflicht

Die VeriFactu-Pflicht greift gestaffelt ab 2027 (Körperschaftsteuer-Pflichtige zuerst, übrige Unternehmen folgen). DiKAS ist darauf vorbereitet — Betriebe können schon vorher freiwillig im VeriFactu-Modus arbeiten. Verbindliche Fristen klären Sie mit Ihrer Steuerberatung (gestoría).


Zahlungsarten in Spanien

  • Bar und Kartenzahlung (Stripe Terminal, SumUp, SoftPOS) funktionieren wie überall — siehe Zahlungsarten und Hardware.
  • Bizum und Redsys-Terminals sind in Vorbereitung, aber aktuell noch nicht nutzbar.

Nächste Schritte

Zahlungsarten — kassieren mit Karte und SoftPOS

Kundenrechnungen — vollständige Rechnungen mit Kundendaten

Hardware — Bondrucker, Terminals und Zubehör