Fiskalisierung in Spanien (VeriFactu)¶
DiKAS unterstützt neben dem deutschen auch das spanische Fiskalrecht. In Spanien gibt es keine TSE und keinen DSFinV-K-Export — dort gilt VeriFactu: Jede Rechnung wird manipulationssicher verkettet und bei der Steuerbehörde AEAT registriert. DiKAS erledigt das automatisch im Hintergrund; diese Seite erklärt, was dahinter steckt und was auf dem Bon anders aussieht.
Für wen gilt diese Seite?
Für Betriebe in Spanien. Die Kapitel TSE & Finanzamt, DATEV-Export und Kassenmeldung gelten nur für Deutschland und haben in Spanien keine Bedeutung.
Was ist VeriFactu?¶
VeriFactu ist das spanische System für verifizierbare Rechnungen (Real Decreto 1007/2023): Kassensoftware muss jede Rechnung mit einer Hash-Kette fälschungssicher verketten und an die AEAT übermitteln bzw. verifizierbar machen. Das Gegenstück zur deutschen TSE — nur ohne eigene Hardware.
DiKAS unterstützt dafür zwei Wege:
| Weg | Beschreibung |
|---|---|
| fiskaly SIGN ES | Cloud-Dienst, analog zur deutschen Cloud-TSE — Konto statt Hardware |
| Nativer VeriFactu-Weg | DiKAS signiert und übermittelt selbst (XAdES-Signatur), ohne Zwischendienst |
Beide arbeiten fail-closed: Kann eine Rechnung nicht ordnungsgemäß registriert werden, wird das protokolliert und nachgeholt — es geht kein Vorgang verloren.
Was steht auf dem Bon?¶
Spanische Belege aus DiKAS enthalten automatisch die Pflichtangaben:
- Den Hinweis „VERI*FACTU" bzw. „Factura verificable en la sede electrónica de la AEAT"
- Den QR tributario (ca. 30–40 mm) — Gäste und Prüfer können die Rechnung damit direkt auf der AEAT-Webseite verifizieren
- Fortlaufende Rechnungsnummern je Serie
Factura simplificada und vollständige Rechnung¶
In Spanien ist der normale Kassenbon eine factura simplificada (vereinfachte Rechnung). Sie ist erlaubt bis:
| Grenze | Gilt für |
|---|---|
| 400 € | allgemein |
| 3.000 € | u. a. Gastronomie und Einzelhandel |
Darüber (oder wenn der Gast es verlangt, z. B. für den Vorsteuerabzug) wird eine vollständige Rechnung mit den Kundendaten benötigt — in DiKAS über Kundenrechnungen.
Stornos und Korrekturen (facturas rectificativas)¶
Anders als in Deutschland wird in Spanien eine Korrektur als factura rectificativa registriert — eine eigene Korrektur-Rechnung mit Bezug auf das Original. DiKAS ordnet die Vorgänge automatisch richtig ein (Verkauf F1/F2, Korrektur R1/R5). Für Sie an der Kasse ändert sich nichts: Storno wie gewohnt — die richtige Einordnung passiert im Hintergrund.
Einrichtung¶
Das Fiskal-Land ist eine Instanz-Einstellung (Fiscal:Country), kein Schalter in der Oberfläche: Spanische Kunden laufen auf einer spanischen DiKAS-Instanz, die Registrierung bei der AEAT (Steuerpflichtiger, Signatur-Zugang) wird bei der Bereitstellung eingerichtet. Als Betreiber müssen Sie dafür nichts konfigurieren.
Zeitplan der VeriFactu-Pflicht
Die VeriFactu-Pflicht greift gestaffelt ab 2027 (Körperschaftsteuer-Pflichtige zuerst, übrige Unternehmen folgen). DiKAS ist darauf vorbereitet — Betriebe können schon vorher freiwillig im VeriFactu-Modus arbeiten. Verbindliche Fristen klären Sie mit Ihrer Steuerberatung (gestoría).
Zahlungsarten in Spanien¶
- Bar und Kartenzahlung (Stripe Terminal, SumUp, SoftPOS) funktionieren wie überall — siehe Zahlungsarten und Hardware.
- Bizum und Redsys-Terminals sind in Vorbereitung, aber aktuell noch nicht nutzbar.
Nächste Schritte¶
→ Zahlungsarten — kassieren mit Karte und SoftPOS
→ Kundenrechnungen — vollständige Rechnungen mit Kundendaten
→ Hardware — Bondrucker, Terminals und Zubehör