TSE — Technische Sicherheitseinrichtung¶
Seit dem 1. Januar 2020 ist in Deutschland jede elektronische Kasse gesetzlich verpflichtet, eine Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) zu verwenden. DiKAS arbeitet mit zertifizierten TSE und signiert alle kassenrelevanten Vorgänge automatisch (§ 146a AO, KassenSichV).
Keine Steuerberatung
Die Hinweise zu Fristen, Pflichten und Steuern auf dieser Seite sind eine Hilfestellung und ersetzen keine Steuerberatung. Klären Sie rechtliche Details mit Ihrem Steuerberater oder Finanzamt.
Was ist eine TSE?¶
Eine TSE ist ein zertifiziertes Sicherheitsmodul (Hardware oder Cloud-Dienst), das jeden Kassenvorgang digital signiert. Dadurch kann das Finanzamt prüfen, ob Kassendaten nachträglich verändert wurden. Die gesetzliche Grundlage ist die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) auf Basis von § 146a der Abgabenordnung (AO).
Kurz gesagt: Die TSE ist Ihr digitaler Notar für jeden Kassiervorgang.
Was wird signiert?¶
DiKAS signiert nicht nur Kassenbons, sondern alle kassenrelevanten Vorgänge:
| Vorgang | Was passiert? |
|---|---|
| Kassenbons | Jede Zahlung (bar, Karte, Gutschein, Kundenguthaben) |
| Bestellungen | Jede Bestellung im Tischbetrieb |
| Stornos | Jede Stornierung eines Bons |
| Tagesabschlüsse | Jeder Z-Bericht |
| Ausgaben | Jede Barentnahme aus der Kasse |
| Schichtwechsel | Jede Schichteröffnung und -schließung |
Wichtig: Die Signierung erfolgt vollautomatisch im Hintergrund. Sie müssen beim Kassieren nichts zusätzlich tun.
TSE einrichten¶
Schritt 1: TSE-Hardware anschließen¶
Stecken Sie die TSE (z. B. Swissbit USB-Stick) in einen freien USB-Port am Kassen-Server.
Schritt 2: TSE in DiKAS konfigurieren¶
- Öffnen Sie Admin → Einstellungen → TSE
- Tippen Sie auf „TSE jetzt aktivieren". Eine zusätzliche Bestätigung ist nicht nötig.
- Warten Sie auf die Erfolgsmeldung. DiKAS erkennt selbst, ob die TSE neu ist oder schon zu dieser DiKAS-Kasse gehört, richtet sie bei Bedarf ein und aktiviert sie erst nach erfolgreichem Abschluss.
ℹ️ Es gibt kein separates „TSE-Typ"-Dropdown und kein Feld für die Kassen-Seriennummer. Die Kassen-Kennung stammt aus der Lizenz. Solange Einrichtung oder Anmeldung nicht erfolgreich war, bleibt die TSE-Funktion deaktiviert; im Kassenbetrieb wird dadurch kein halbfertiger Zustand verwendet.
Hardware-TSE (Swissbit)¶
Die einfachste Variante: Ein USB-Stick am Server.
- Geeignet für einzelne Kassen oder kleine Betriebe
- Keine Internetverbindung nötig
- Kosten: ca. 250–300 EUR einmalig
TSE-Proxy (Netzwerk)¶
Für Betriebe mit mehreren Kassen:
- Ein zentraler TSE-Proxy-Server bedient alle Kassen im Netzwerk
- Geben Sie unter TSE-Server die URL des Proxy ein
- Geeignet für Filialbetriebe und große Gastro-Betriebe
TSE-Daten auf dem Bon¶
Jeder Kassenbon enthält automatisch die TSE-Informationen:
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BON Nr. 20260313-0042
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2x Schnitzel 25,80
1x Cola 3,50
──────────────────────────────────
GESAMT 29,30 EUR
Bar 30,00
Rückgeld 0,70
══════════════════════════════════
TSE-Information:
Signatur: a8f3c2d1e5b7...
Trans.-Nr: 12345
Sign.-Zäh: 67890
Start: 2026-03-13T18:30:00
Ende: 2026-03-13T18:30:01
Seriennr: ABCDEF1234567890
[QR-Code]
══════════════════════════════════
Der QR-Code enthält alle TSE-Daten in einem standardisierten Format (DSFinV-K). Das Finanzamt kann diesen QR-Code scannen und die Echtheit des Bons sofort prüfen.
TSE-Status prüfen¶
Den aktuellen Status Ihrer TSE sehen Sie unter Admin → Einstellungen → TSE:
| Anzeige | Bedeutung |
|---|---|
| Verfügbar (grün) | TSE ist aktiv und signiert alle Vorgänge |
| Nicht verfügbar (rot) | TSE ist nicht erreichbar — siehe „TSE-Ausfall" |
| Zertifikat gültig bis | Ablaufdatum des TSE-Zertifikats |
| Signaturen verbraucht | Anzahl genutzter / maximaler Signaturen |
| Seriennummer | Eindeutige Kennung Ihrer TSE |
Tipp: Prüfen Sie regelmäßig, ob die TSE genügend freie Signaturen hat. Bei Hardware-TSEs ist die Anzahl begrenzt (typisch: 20 Millionen). DiKAS zeigt Ihnen den aktuellen Stand an.
Anmeldung an der TSE gesperrt oder Zugangsdaten unbekannt¶
Kann sich DiKAS nicht an der TSE anmelden, erscheint unter Admin → Einstellungen → TSE ein roter Block mit der Überschrift „Anmeldung an der TSE gesperrt" oder „Anmeldedaten dieser TSE nicht bekannt". Darunter stehen Seriennummer, die verbleibenden Versuche (sofern die TSE sie meldet), die Restsperrzeit der PUK und ob DiKAS von sich aus weitere Versuche unternimmt — in beiden Fällen: nein. Das System rät nie; jeder weitere Versuch ist eine bewusste Handlung.
Zugangsdaten nicht bekannt — Daten des bisherigen Systems eintragen. DiKAS hat eine bereits eingerichtete TSE erkannt, die dieser Installation noch nicht sicher zugeordnet werden kann. Das Gerät wird dabei nicht angemeldet und es geht kein Versuch verloren. Die Seite zeigt jetzt nur eine Erklärung und die Eingabefelder für Admin-PIN, Admin-PUK und Time-Admin-PIN des bisherigen Kassensystems. Erst wenn Sie geänderte Daten speichern, startet automatisch genau ein Versuch. Bei Erfolg übernimmt DiKAS die TSE und stellt ihre Zugangsdaten für den weiteren Betrieb auf DiKAS um. Sie müssen keine zusätzliche Zuordnung bestätigen. Siehe auch Umstieg.
Sind die eingegebenen Daten falsch, stoppt DiKAS sofort. Ein erneuter Klick, ein Seiten-Reload oder ein Hintergrunddienst wiederholt den Versuch nicht. Prüfen Sie die Unterlagen des bisherigen Anbieters und speichern Sie erst dann korrigierte Daten; nur eine tatsächliche Änderung startet einen weiteren Einzelversuch.
Anmeldung gesperrt — mit der PUK entsperren. Nach zu vielen falschen PIN-Versuchen sperrt die TSE die Anmeldung. Über „TSE mit der PUK entsperren" tragen Sie die Admin-PUK ein; jeder Klick ist ein Versuch, und Sie bestätigen vorher zweimal, dass Sie das Risiko kennen.
Drei falsche PUK-Versuche machen die TSE endgültig unbrauchbar
Mit ihr wären alle fiskalischen Daten für Prüfungen verloren. Es gibt keinen Probierdurchgang. Im Zweifel nicht klicken, sondern die PUK beim bisherigen Anbieter erfragen oder den DiKAS-Support anrufen. Ein abgewiesener Aufruf, bei dem die TSE gar keinen Versuch gezählt hat, wird als solcher gemeldet — die Maske behauptet keinen Zähler, den das Gerät nicht gemeldet hat.
Lassen Sie den Haken „Danach wieder auf die hinterlegte Admin-PIN zurücksetzen" gesetzt: Dann ändert sich an der Kasse nichts, und Sie müssen sich keine neue PIN merken. Die TSE verlangt beim Entsperren zwar eine andere PIN — DiKAS setzt deshalb kurz eine selbst erzeugte Zwischen-PIN und stellt sofort die hinterlegte wieder her. Die PUK wird dabei nur ein einziges Mal angefasst. Schlägt ausgerechnet der letzte Schritt fehl, zeigt die Maske die Zwischen-PIN einmal im Klartext an und übernimmt sie in die Einstellungen — die TSE ist dann entsperrt und erreichbar; starten Sie keinen zweiten Entsperr-Versuch.
PIN und PUK von Hand eintippen
Aus einem PDF oder einer E-Mail kopierte Werte enthalten gern ein typografisches Anführungszeichen oder ein unsichtbares Zeichen. DiKAS weist solche Eingaben ab, bevor die TSE angefasst wird — tippen Sie die Werte dann von Hand ein.
TSE-Ausfall — Was tun?¶
Wenn die TSE ausfällt (Defekt, Netzwerkproblem, USB-Verbindung):
- Der Betrieb geht weiter — DiKAS blockiert das Kassieren nicht
- Automatische Dokumentation — DiKAS protokolliert jeden Ausfall automatisch (Startzeitpunkt, Dauer, Grund)
- Wiederherstellung — Sobald die TSE wieder erreichbar ist, werden die Ausfall-Protokolle geschlossen
- Finanzamt — Die Ausfall-Dokumentation wird für eventuelle Prüfungen aufbewahrt
Wichtig: Sie sind verpflichtet, einen TSE-Ausfall zeitnah zu beheben. DiKAS übernimmt die Dokumentation für Sie, aber Sie sollten die Ursache (USB-Stick locker, Netzwerk, Defekt) schnellstmöglich beseitigen.
Daten für die Kassenprüfung exportieren¶
Für eine Kassenprüfung durch das Finanzamt können Sie alle Daten exportieren:
DSFinV-K Export¶
- Admin → Einstellungen → Export → DSFinV-K
- Zeitraum wählen
- „Export erstellen" klicken
- Sie erhalten eine ZIP-Datei mit allen vorgeschriebenen CSV-Dateien
TSE-Daten Export (TAR)¶
- Admin → Einstellungen → TSE
- „TSE-Export" klicken (optional mit Datumsfilter)
- Die TSE liefert eine TAR-Datei mit allen signierten Transaktionen
GDPdU Export¶
- Admin → Einstellungen → Export → GDPdU
- Zeitraum wählen
- „Export erstellen"
Tipp: Erstellen Sie regelmäßig Backups Ihrer TSE-Daten, besonders vor einem TSE-Tausch.
Häufige Fragen¶
Muss ich eine TSE haben? Ja, seit dem 01.01.2020 in Deutschland Pflicht für alle elektronischen Kassensysteme.
Welche TSE unterstützt DiKAS? Hardware-TSE (Swissbit USB) und netzwerkbasierte TSE-Proxies.
Was kostet eine TSE? Hardware-TSE: ca. 250–300 EUR einmalig.
Kann ich ohne TSE kassieren? Technisch ja — DiKAS blockiert den Betrieb nicht. Rechtlich sind Sie aber verpflichtet, eine funktionsfähige TSE zu betreiben. Ohne TSE drohen Bußgelder.
Was passiert bei einem TSE-Defekt? DiKAS dokumentiert den Ausfall automatisch. Tauschen Sie die TSE so schnell wie möglich aus. Die Ausfall-Protokolle dienen als Nachweis gegenüber dem Finanzamt.
Kann das Finanzamt meine Daten prüfen? Ja. Über die Exportfunktionen (DSFinV-K, GDPdU, TSE-TAR) stellen Sie alle Daten in den vorgeschriebenen Formaten bereit.
Muss ich die Kassen-Seriennummer beim Finanzamt melden? Ja, seit dem 01.01.2025 gilt die Meldepflicht nach § 146a Abs. 4 AO. Die Meldung erfolgt elektronisch über Mein ELSTER — Schritt für Schritt: Kassenmeldung ans Finanzamt.
Nächster Schritt¶
→ Tagesabschluss — Z-Bericht erstellen → DATEV-Export — Daten an den Steuerberater